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German Angst - vor Spielen

Disputorium

September 02, 2014, 11:06:20 *
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Autor Thema: German Angst - vor Spielen  (Gelesen 2035 mal)
Tellurian
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Papst der Richtigen Meinung


« Antworten #15 am: Oktober 11, 2007, 23:16:43 »

K4M: Ja natürlich, das kotzt mich auch an. Ich hab mich mal damit beschäftigt, mit Games in den Medien... Andere öffentlich-Rechtliche Sender (=> in anderen Ländern) haben nämlich beispielsweise durchaus eine Games-Sektion auf ihren Webseiten, oder auch - wenn auch meist in Spartenkanälen - richtige Spielemagazine.
In D kann man von sowas nur träumen. Und das bei den reichsten Ö/R Medien wo gibt... (War doch so... Das dreifache der BBC...? )
Überhaupt ist es in D ja in den Kreisen von Intellektuellen verpönt sich mit etwas anderem als "High Brow Culture" abzugeben. Zumindestens drängt sich einem der Eindruck schnell auf.

Von der Tatsache, dass die wenigsten Politiker tatsächlich Ahnung von dem haben was sie da - und vor allem auf DIESEM Gebiet - wollen ganz zu schweigen.
Übrigens gibt es bislang KEINE eindeutige Studie zum Thema Gewaltspiele und - Filme.
Bei Spielen gibt es Unmengen von Studien die solche Sachen bestätigen wie, dass jemand der ein "Killerspiel" eine halbe Stunde gespielt hat, eine höhere Herzfrequenz hat als jemand der eine Halbe Stunde ein friedliches Puzzle spielt.
Und von den größeren Tests befinden sich diese Ergebnisse eigentlich alle in minimalen Abweichungen... Selbst wenn, Freund Oger hat das schon richtig bemerkt... Glaube nur der Studie die du selbst finanziert hast... Gilt - vermutlich - für beide Seiten.
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Kleiner 4. Mann
Gast
« Antworten #16 am: Oktober 11, 2007, 23:19:04 »

Ströbele ist also ein Alt-68er?
Er ist alt. Und er war in dem, was man landläufig und unpräzise die 68er-"Bewegung" nennt, politisch aktiv. Und damals war er jung. Ich würde sagen, ja.

Zitat
Die meisten Studien, die ich kenne, sprechen tatsächlich von einem aggressivitätsfördernden Effekt von Gewaltfernsehen und -spielen, da es so etwas wie eine "Abreaktion" nicht gibt.
Achso, gibt es nicht? Das sagen die "meisten" Studien? Nämlich welche?

Zitat
Aber wenn die Politik nicht dafür sorgen kann, dass Kinder nicht den ganzen Tag vor Glotze/Playstation hocken und dafür, dass Eltern ihre Kinder besser erziehen und dafür, dass sich grundsätzliche Strukturen ändern – dann ist Killerspielverbot vielleicht (!) nicht einmal völlig falsch gedacht.
Doch, das ist völlig falsch gedacht und typisch für die Art von Duckspeak, welches einem von schwachhirnigen Politikern aufgetischt wird.
Es geht den Staat einen feuchten Kehricht an, welche Medien* sich ein erwachsener Mensch in seiner Freizeit zu Gemüte führt. Das kann so geschmacklos und widerlich sein, wie es will und zu Aggressionen** führen soviel es will - es geht den Staat nichts an.
Indizieren, Jugendlichen vorenthalten, meinetwegen - völlig sinnlos, typischer deutscher Scheuklappenblick***, aber wenn es die Hysteriker abregt, was soll's?
Aber worum es den "Killerspieleverbot"-Schwachköpfen geht, ist ja im Grunde genommen, den Begriff "Volljährig" völlig ad absurdum zu führen und den... man muß wohl eher Untertanen als Staatsbürger sagen... gleich welchen Alters auf den Status eines schwer erziehbaren Kindes zu reduzieren. Und was hier wirklich typisch deutsch ist: Daß die Leute das mit sich machen lassen. Ob's einfach mangelndes politisches Bewußtsein der Art ist, die Oger mit "seinem" Gedicht schon angedeutet hat oder ob die Kujonierung tiefer liegende Bedürfnisse erfüllt, kann ich nicht beurteilen.
Was natürlich all diese Trottel mit ihrem "Verbieten"-Geschrei überhaupt nicht interessiert: Die Verfassung. Auch das typisch: In den Vereinigten Staaten**** und anderswo würde kein Mensch auf den Gedanken kommen, daß man die in der Verfassung verankerte Meinungs- und Kunstfreiheit mit irgendwelchen Platitüden über "Jugendschutz" durch Erwachsenenbevormundung, die allesamt auf "gesundes Volksempfinden" hinauslaufen, wegwischen könnte.
Also die Probleme sind, daß die Leute keine Vorstellung davon haben, was a) Recht und b) Freiheit bedeutet.
Bleibt nur Einigkeit. Da sind ja alle Experten. Konsens ist angesagt, und die nicht konsenswilligen werden... konsensiert. Oder so ähnlich.

*Bei deren Herstellung keine Grundrechte anderer verletzt wurden, um das Kinderporno-"Argument" gleich abzubügeln.
**Was man da alles verbieten müßte... im Grunde genommen alles, außer Valium und Bob Ross.
***Besser als "Autismus"?
****Muß übrigens eigentlich in jedem Thread, der die USA am Rande streift, platter Antiamerikanismus auftauchen? "Heiliges Land befreien" war besonders anti-clever. Welches "Heilige Land"? Das einzige, das da in Frage kommt, gehört zur Zeit den Israelis, und falls es jemandem entgangen sein sollte - mit denen können die Amerikaner, und die konservativen Christen insbesondere, ganz gut.
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Kleiner 4. Mann
Gast
« Antworten #17 am: Oktober 11, 2007, 23:56:58 »

K4M: Ja natürlich, das kotzt mich auch an. Ich hab mich mal damit beschäftigt, mit Games in den Medien... Andere öffentlich-Rechtliche Sender (=> in anderen Ländern) haben nämlich beispielsweise durchaus eine Games-Sektion auf ihren Webseiten, oder auch - wenn auch meist in Spartenkanälen - richtige Spielemagazine.
In D kann man von sowas nur träumen. Und das bei den reichsten Ö/R Medien wo gibt... (War doch so... Das dreifache der BBC...? )
Überhaupt ist es in D ja in den Kreisen von Intellektuellen verpönt sich mit etwas anderem als "High Brow Culture" abzugeben. Zumindestens drängt sich einem der Eindruck schnell auf.
Da hast Du völlig recht. Mich würde mal interessieren, was die tieferen Ursachen dieser verbiesterten Spaßfeindlichkeit sind. (Spaßfeindlichkeit jetzt mal eingesetzt, um die klassischen E gegen U-Dünkel zu beschreiben.)

Zitat
Übrigens gibt es bislang KEINE eindeutige Studie zum Thema Gewaltspiele und - Filme.
Bei Spielen gibt es Unmengen von Studien die solche Sachen bestätigen wie, dass jemand der ein "Killerspiel" eine halbe Stunde gespielt hat, eine höhere Herzfrequenz hat als jemand der eine Halbe Stunde ein friedliches Puzzle spielt.
Da würde ich echt gerne mal eine Vergleichsstudie sehen mit Sachen wie:
- Fußball
- Berufsverkehr/Stoßzeit
- Judo
- Sportereignis des "eigenen" Clubs mitverfolgen
... und, was natürlich als Lieblingsbeschäftigung einiger der prominentesten Anti-Killerspiele-Aktivisten nicht fehlen darf:
- Schießen im "Schießkino" eines Schützenvereins.
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Haarald
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« Antworten #18 am: Oktober 12, 2007, 00:00:59 »

Alte Männer mit Kugelschreibern begegnen der Singularität. Gestern vorm BVG.
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What you get when you play the system is the setting. —Brad Murray
Oger
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Hat gute Keule und großen Hunger


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« Antworten #19 am: Oktober 12, 2007, 00:29:44 »

Es ist egal, ob Killerspiele Krebs heilen, egal sind, oder die Apokalypse herbeiführen:

Solange Politikern UND Medien (hier: alle öffentlich-rechtlichen) jegliches Verständnis für Comterspiele und Internet abgeht, können wir noch nichtmal darüber streiten. Kommunikation unmöglich.

Da fehlt es am Elemetaren, da brauch man garnicht anfangen zu differenzieren.

Ohne Verständnis einer Funktionsgleichung kann man auch nicht integrieren (oder eben differenzieren).


Oger glaubt nicht daran, das Politiker integrieren wollen. Politiker wollen Meinungen schaffen. Mit Meinung gewinnt Politiker nämlich Wahl. Außer er hat die falsche Meinung. Wie die Frau Pauli. Weil die auch die falsche Meinung hatte. Und in der falschen Partei ist. Deswegen hat Frau Pauli Wahl verloren. (Und weil sie entweder ne Vollmeise hat, oder die Medien ihre "Ehe auf 7 Jahre" aus dem Kontext gerissen haben.) Oger fände es aber schön, wenn Killerspiele Apokalypse machen. Dann hätte Oger viel Spaß.

Ströbele ist also ein Alt-68er?
Er ist alt. Und er war in dem, was man landläufig und unpräzise die 68er-"Bewegung" nennt, politisch aktiv. Und damals war er jung. Ich würde sagen, ja.
Oger hat mal gehört, das der Ströbele für die RAF Anwalt war. Wie der Schily.
http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Str%C3%B6bele
http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schily

Zitat von: Kleiner 4. Mann link=topic=770.msg15847#msg15847 date=11921375
***Besser als "Autismus"?
[/quote

 VIEL besser.


Bleibt nur Einigkeit. Da sind ja alle Experten. Konsens ist angesagt, und die nicht konsenswilligen werden... konsensiert. Oder so ähnlich.


Oger hat das schon mal irgendwo gehört. Oger erinnert sich gerade. Ah ja, bezüglich Kuschelkommjunitie.

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AK20 des guten Geschmacks


« Antworten #20 am: Oktober 12, 2007, 07:04:13 »

Alte Männer mit Kugelschreibern begegnen der Singularität. Gestern vorm BVG.

Da lacht das Gericht. Buchstäblich.
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Berandor
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« Antworten #21 am: Oktober 12, 2007, 11:18:17 »

K4M: Danke für deine aufgeklärte Antwort.  :Smiley

Trotz des Tonfalls hast du mir tatsächlich eine Sache wieder bewusst gemacht, dass nämlich diese Spiele für alle verboten werden sollten. Ich hatte nur – warum auch immer – einen verstärkten Jugendschutz im Kopf.

Zu den Studien:
Negative correlates of computer game play in adolescents.
Zitat
Aggression scores were not related to the number of games with aggressive content named among three favourite games, but they were positively correlated with total exposure to game play. A multiple regression analysis revealed that sex and total game play exposure each accounted for a significant but small amount of the variance in aggression scores. The positive correlation between playing computer games and aggression provides some justification for further investigation of the causal hypothesis, and possible methodologies are discussed.

Impact of media on children and adolescents: a 10-year review of the research.
Zitat
The primary effects of media exposure are increased violent and aggressive behavior, increased high-risk behaviors, including alcohol and tobacco use, and accelerated onset of sexual activity. The newer forms of media have not been adequately studied, but concern is warranted through the logical extension of earlier research on other media forms and the amount of time the average child spends with increasingly sophisticated media.

Affect and the Computer Game Player
Zitat
Results demonstrated that in-game reinforcement characteristics and skill significantly effect a number of affective measures (most notably excitement and frustration).

Effects of playing violent videogames on Chinese adolescents
Zitat
Results of hierarchical regression analyses showed sustained relationships between exposure and pro-violent attitudes and empathy when exposure was examined simultaneously with gender, computer use, and Internet use. However, the linkage between exposure and aggression became non-significant, suggesting that the effects of playing violent videogames were greater for attitudinal outcomes than on overt behavior.

effects of violent video games on aggression in adolescent boys
Zitat
These results show that identifying with violent video game characters makes players more aggressive.

Effects of media violence on health-related outcomes among young men
Zitat
Media violence exposure may play a role in the development of negative attitudes and behaviors related to health. Although youth growing up in violent homes and communities may become more physiologically aroused by media violence exposure, all youth appear to be at risk for potentially negative outcomes.

The effects of reward and punishment in violent video games
Zitat
Rewarding violent game actions increased hostile emotion, aggressive thinking, and aggressive behavior. Punishing violent actions increased hostile emotion, but did not increase aggressive thinking or aggressive behavior. Results suggest that games that reward violent actions can increase aggressive behavior by increasing aggressive thinking.

Violent video game effects on children and adolescents. A review of the literature.
Zitat
Overall, the evidence supports hypotheses that violent video game play is related to aggressive affect, physiological arousal, aggressive cognitions, and aggressive behaviours.

In Bezug auf Abreaktion möchte ich Christoph Bördlein zitieren:
Zitat
Manche Irrtümer sind regelrechte Volksweisheiten geworden. Zum Beispiel der Glaube, man müsse Aggressionen "abreagieren". (...) Die Forschung zeigt durchgehend, dass aggressive Tendenzen durch aggressive Handlungen nicht gemildert, sondern eher noch verstärkt werden. (...) Ebenso ist die so genannte Katharsishypothese, man könne durch das Vorführen von Gewalt (z.B. im Fernsehen) die Gewalttendenzen beim Betrachter reduzieren, ein Mythos.
(Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine, S. 171)

Siehe auch:
Catharsis, aggression, and persuasive influence: self-fulfilling or self-defeating prophecies?
Zitat
Contrary to the catharsis hypothesis and to the self-fulfilling prophecy prediction, people who read the procatharsis message and then hit the punching bag were subsequently more aggressive than were people who read the anticatharsis message.

Es gibt natürlich auch Untersuchungen mit anderen Ergebnissen bei Gewalt und Videospielen. Gerade die Veröffentlichungstendenz (positive Studien werden eher veröffentlicht als solche mit negativem oder ohne Ergebnis) kann da eine Rolle spielen, und ich stimme auch zu, dass wir eine schlüssige Langzeitstudie brauchen. Ebenso sind die Kausalbeziehungen nicht völlig klar: Prädestiniert eine niedrigere Hemmschwelle zu Gewaltspielkonsum, oder umgekehrt, oder beides?

The Good, The Bad and the Ugly untersuchte auch positive Effekte von Videospielen, die man ja nicht vergessen darf. Interessant bei dieser aktuellen Studie (habe ich gerade erst gefunden und wird diesen Monat veröffentlicht):
Zitat
Results from the current analysis did not support the conclusion that violent video game playing leads to aggressive behavior. However, violent video game playing was associated with higher visuospatial cognition. It may be advisable to reframe the violent video game debate in reference to potential costs and benefits of this medium.

Es ist letztlich so, dass Videospiele in der Theorie zumindest Lernsituationen bieten, in denen gewaltbereites Verhalten erlernt wird. Die Frage ist sicherlich, ob dieses Lernen situationsbezogen bleibt (also auf Videospiele) oder transferiert wird, und wie groß die Auswirkungen überhaupt sind. Mein Beitrag sollte nur klarstellen, dass auf der Pro-Videospiel-Seite (auf der ich mich wähne) gerne jeglicher negtative Effekt von Videospielen von vorneherein abgetan wird. Nach allem, was ich darüber gelesen habe (Vorsicht K4M: nicht alles, sondern nur alles, was ich gelesen habe), halte ich es nicht für besonders ratsam, junge Kinder vor GTA oder ähnliches zu setzen. Bei Teenagern wird es dann schon sehr persönlichkeitsabhängig, und für Erwachsene sehe ich i.d.R. keine Gefahr.
« Letzte Änderung: Oktober 12, 2007, 11:24:40 von Berandor » Gespeichert

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« Antworten #22 am: Oktober 12, 2007, 11:24:21 »

Zitat
"Manche Irrtümer sind regelrechte Volksweisheiten geworden. Zum Beispiel der Glaube, man müsse Aggressionen "abreagieren". (...) Die Forschung zeigt durchgehend, dass aggressive Tendenzen durch aggressive Handlungen nicht gemildert, sondern eher noch verstärkt werden. (...) Ebenso ist die so genannte Katharsishypothese, man könne durch das Vorführen von Gewalt (z.B. im Fernsehen) die Gewalttendenzen beim Betrachter reduzieren, ein Mythos."

Diese Aussagen fußen widerum auf Volksweisheit.
Der Mensch ist gewalttätig. In modernen Gesellschaften lebt er es weniger aus, als jemals zuvor. Punkt.

Aggression als etwas schlechtes zu betrachten führt nicht weiter.

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« Antworten #23 am: Oktober 12, 2007, 13:41:47 »

Wie sagte der Zukunftsforscher neulich im Radio, auf die Frage des Moderators wie man denn zu einer friedlichen Welt komme - "Eine schreckliche Vorstellung, oder? Es ist doch dem Menschen ein Grundbedürfnis aggressiv zu sein."

Der fand World of Warcraft darum eines der besten PC Spiele aller zeiten - man bekommt eine ganze andere Fraktion die man mit INBRUNST hassen kann, ohne dass das negative Konsequenzen im echten Leben hätte...
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« Antworten #24 am: Oktober 12, 2007, 13:59:58 »

Am tollsten find ich ja immer die Stimmen die sagen man könne am Computer / Konsole "das Töten" oder "das Schießen" lernen.
Da gab es mal eine Studie von einem Westpoint-Menschen drüber... Hier ein Interview mit dem Herren.

Zum einen geht er davon aus, dass Kinder / Computerspieler GENERELL zwischen Realität und Spiel nicht unterscheiden können, oder dazu "trainiert" werden, diese Unterscheidung zu verlernen. Zum anderen kommt häufig das Argument auf, "Killerspiele" wären "Mord-Simulatoren", in denen "die Kinder" "das Töten" realitätsgetreu üben könnten.
Also ich weiß nicht, wie's euch geht, aber auch nach all den Egoshootern die ich im Regal zu stehn hab bin ich mit einer echten Knarre relativ überfordert. Wenn ich die Opfer meines -rein hypothetischen- Amoklaufs totklicken könnte, sähe das anders aus...
Außerdem: Einige dieser Studien die Berandor anführte zeigen, dass Leute die quasi a priori aggressiver sind als andere sich zu aggressiven Inhalten hingezogen fühlen. Auch wieder so ein "duh~" Moment...
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« Antworten #25 am: Oktober 12, 2007, 14:09:52 »

Am tollsten find ich ja immer die Stimmen die sagen man könne am Computer / Konsole "das Töten" oder "das Schießen" lernen.
Da gab es mal eine Studie von einem Westpoint-Menschen drüber... Hier ein Interview mit dem Herren.


Das ist geistiger Dünnpfiff. Andererseits habe ich "Hitman" durchgespielt und jetzt vielleicht eine zweite Finanzquelle aufgetan.
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Papst der Richtigen Meinung


« Antworten #26 am: Oktober 12, 2007, 14:29:59 »

Hitman bringt einem höchstens bei, Spielsituationen so anzugehen, wie die Designer es sich gedacht haben...
Wäre Hitman Rollenspiel, wären die Designer eher schlechte Spielleiter. Tongue
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Kleiner 4. Mann
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« Antworten #27 am: Oktober 12, 2007, 14:30:51 »

Trotz des Tonfalls hast du mir tatsächlich eine Sache wieder bewusst gemacht, dass nämlich diese Spiele für alle verboten werden sollten. Ich hatte nur – warum auch immer – einen verstärkten Jugendschutz im Kopf.
Das ist das Albernste, das ich... wir wollen nicht übertreiben... in den letzten paar Wochen gelesen habe.
"Ich meinte mit 'Verbot' ja nur '... für Jugendliche', aber weil Du so böse zu mir warst, meine ich jetzt doch 'für alle', ätschibätsch."
Wie ein kleines Kind.
Nur unwesentlich weniger dumm ist es, Deine kühne Behauptung, "alle" Studien behaupteten dies oder das, damit unterlegen zu wollen, daß Du Dir einige herauspickst (hast Du davon btw überhaupt mehr als die Abstracts gelesen?) Wiederum: Das sind jetzt alle Studien, die es zu dem Thema gibt?

Zitat
Aggression scores were not related to the number of games with aggressive content named among three favourite games, but they were positively correlated with total exposure to game play.
Ich revidiere meine Frage: Hast Du die Abstracts überhaupt gelesen?

Zitat
The primary effects of media exposure are increased violent and aggressive behavior, increased high-risk behaviors, including alcohol and tobacco use, and accelerated onset of sexual activity. The newer forms of media have not been adequately studied, but concern is warranted through the logical extension of earlier research on other media forms and the amount of time the average child spends with increasingly sophisticated media.
Wenn man sich diesen Satz mal auf der Zunge zergehen läßt, der ja nichts anderes sagt als "Wir haben's zwar nicht erforscht, aber aufgrund von Erfahrungswerten mit völlig anderen Dingen behaupten wir's einfach mal", kommt man jedenfalls nicht zu diesem Schluß...

Zitat
Results demonstrated that in-game reinforcement characteristics and skill significantly effect a number of affective measures (most notably excitement and frustration).
Und die sagt nun mal absolut nicht das aus, was Du behauptet hast. In den restlichen Sätzen wird sogar ausdrücklich klargemacht, daß diese Studie nicht auf "Aggression" untersucht hat.

Zitat
Results of hierarchical regression analyses showed sustained relationships between exposure and pro-violent attitudes and empathy when exposure was examined simultaneously with gender, computer use, and Internet use. However, the linkage between exposure and aggression became non-significant, suggesting that the effects of playing violent videogames were greater for attitudinal outcomes than on overt behavior.
Korrelation als Kausalität verkauft. Etc. etc.
Du hast Dir also nicht nur ein paar Studien herausgepickt (praktisch alle via ein und die selbe website): Sondern eine signifikante Anzahl von denen sagt auch nicht das aus, was Du behauptet hast.

Zitat
Manche Irrtümer sind regelrechte Volksweisheiten geworden. Zum Beispiel der Glaube, man müsse Aggressionen "abreagieren". (...) Die Forschung zeigt durchgehend, dass aggressive Tendenzen durch aggressive Handlungen nicht gemildert, sondern eher noch verstärkt werden. (...) Ebenso ist die so genannte Katharsishypothese, man könne durch das Vorführen von Gewalt (z.B. im Fernsehen) die Gewalttendenzen beim Betrachter reduzieren, ein Mythos.
Nehmen wir diesen einzelnen Populärwissenschaftler mal ernst: Ums Vorführen von Gewalt geht es ja nicht. Die Kameraden Beckstein & co. werden Dir erläutern, daß selber teilnehmen was ganz anderes ist. :Smiley

Zitat
Es gibt natürlich auch Untersuchungen mit anderen Ergebnissen bei Gewalt und Videospielen
Vulgo: Deine ursprüngliche Behauptung ("alle") war eine Lüge.

Dann kommst Du noch mit großen Weisheiten wie "GTA ist nicht für kleine Kinder". Das wissen wir. Das weiß auch der jetzige Jugendschutz. Darum ist das Spiel auch nicht frei ab 6, noch nicht mal frei ab 12, sondern frei ab 16 (und das in der zensierten Version.)
Da greift wieder das, was Skyrock gepostet hat: Niemand (naja, wir sind in Deutschland... sagen wir fast niemand) würde mit dem hirnverbrannten Argument "CSI ist nicht für kleine Kinder" auf den Gedanken kommen, US-Krimiserien zu verbieten, nur noch unterm Ladentisch erhältlich zu machen oder ähnlichen Schwachsinn. Weil a) jedem klar ist, daß solche Serien in der Tat für Erwachsene und ältere Jugendliche gedacht sind und b) das dumpfe Gehirnprekariat (korreliert nicht mit dem Einkommensprekariat, nur um das klarzustellen) selber andauernd vor der Glotze hängt und weiß, was da abläuft, während man den Computer ins Kinderzimmer stellt, ohne auch nur einen Gedanken dran zu verschwenden, weil man selber in Computerdingen unaufgeklärt ist (=unbefreit aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.)
Und wenn dann "Probleme" herbeischwadroniert werden, dann rufen diese Trottel nach der Politik (und die Politik suggeriert ihnen natürlich gerne, daß sie recht haben), um diese "Probleme" durch Verbote aus der Welt zu schaffen.
Das ist ungefähr so wie ein Familienvater, der ein halbes Spirituosenkabinett offen im Flur neben dem Kinderzimmer stehen läßt, und dann nach härteren Gesetzen schreit, wenn sein Sohnemann mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landet.

Womit wir beim vom Hofrat angeschnittenen nächsten Punkt wären: Die bösen, bösen Aggressionen.
Erstens ist es natürlich absolut richtig: Aggressionen sind notwendig. Seelische Malaisen, die mit ihrer zu geringen offenen Ausprägung in Zusammenhang stehen, sind ja mittlerweile Volkskrankheiten. Ohne jegliche Aggression wäre der Mensch Gemüse.
Zweitens, und hier kommen wir wieder zu unserem Beispiel: Daß Alkohol in extremer Weise aggressionsfördernd und auch in anderer Hinsicht schädlich fürs Zusammenleben sein kann, wissen wir. Also? Verbieten! Verbieten! Verbieten! Und zwar total! Prohibition! Man komme mir nicht mit der Durchsetzbarkeit, "geht bei Kinderpornos ja auch"! Man komme mir nicht mit rechtlichen Bedenken, Jugendschutz geht vor und es gibt noch nicht mal ein verfassungsmäßiges Recht auf Genußmittel!
Jeder weiß natürlich, daß das Irrsinn wäre. Aber den gleichen Stuß können Politiker bei "Killerspielen" (deren gesellschaftlicher Flurschaden, wenn überhaupt, in winzigen Bruchteilen der direkt und indirekt durch Alkohol getöteten Hekatomben zu messen ist) verzapfen, und ihre Zielklientel kann ihn nachquaken, ohne daß jemandem der Irrsinn klar wäre. Weil die Leute dumm sind, weil Politiker genau so dumm sinn und weil sie das bei einer bestimmten Klientel womöglich auch noch beliebt wird.
Und dann wird eben Stuß über angebliche (aber imaginäre) Probleme nachgequackelt.
« Letzte Änderung: Oktober 12, 2007, 14:32:47 von Kleiner 4. Mann » Gespeichert
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« Antworten #28 am: Oktober 12, 2007, 15:01:59 »


Vulgo: Deine ursprüngliche Behauptung ("alle") war eine Lüge.

Liest du überhaupt? Dann referiere ich dich auf dein Zitat meines Ursprungsbeitrags: "Die meisten Studien, die ich kenne."

Ansonsten hast du dich für mich disuqalifiziert. Siehs als Diskussionssieg an, wenn du möchtest.
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Kleiner 4. Mann
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« Antworten #29 am: Oktober 12, 2007, 15:14:36 »

Du hast kategorisch behauptet, abreagieren gibt es nicht (habe ich mal als "das sagen sie alle" gedeutet.) Wie Du siehst, habe ich in Bezug darauf nachgehakt. Was als Antwort kam, waren einige Zitate, die nichts dazu ausgesagt haben und eine Einzelmeinung.
Festzuhalten ist demzufolge: Wenn meine Deutung in Bezug auf den Abreagier-Effekt richtig war, war Deine Behauptung falsch. Wenn Du sagst, daß mit der Abreaktion war als Konjunktiv gemeint, war es immer noch falsch, für den Fall, daß die von Dir zitierten Studien repräsentativ für das Ausmaß Deiner Erkundungen sind.
Um es noch mal deutlich zu machen (es wird ja sonst doch nicht verstanden):
Behauptung: "Die meisten Studien sagen, Videospiele machen aggressiv, weil es keine Abreaktion gibt." Implikation: Alle der hier gemeinten Studien behaupten, es gebe keine Abreaktion.
Meine Frage: "Achso, gibt es nicht? Das sagen die "meisten" Studien? Nämlich welche?"
Antwort: Tonnenweise Studien, die nicht behaupten, daß es keine Abreaktion gäbe.
Wenn Du das einfach mal so den Studien unterschieben wolltest, nicht kapiert hast - obwohl eindeutig - daß sich meine Frage darauf richtete, dann ist das nicht meine Schuld.

Unabhängig davon unterstützen die Studien die "Aggressions"-These teilweise überhaupt nicht, wie wohl auch deutlich ist.
« Letzte Änderung: Oktober 12, 2007, 15:28:58 von Kleiner 4. Mann » Gespeichert
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