Settembrini
Titan der Wahrheit
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AK20 des guten Geschmacks
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« am: August 12, 2009, 18:00:55 » |
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Was für mentale Verrenkungen muß man anstellen, um "Rollenspiel" ohne Charaktertod auch nur zu DENKEN?
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"Recht sehr zu wünschen, daß es in jedem Staate geben Männer möchte, welche bürgerliche Hoheit nicht blendet und bürgerliche Geringfügigkeit nicht ekelt; in deren Gesellschaft der Hohe sich gern herabläßt und der Geringe sich dreist erhebet."
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Oger
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« Antworten #1 am: August 12, 2009, 18:19:10 » |
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Ohne, das das jetzt meine Auffassung wäre:
- Durchdrücken der "Story" - Rechthaberei in der betreffenden Diskussion - Eine "gemütliche Zeit" erleben
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kirilow
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« Antworten #2 am: August 12, 2009, 18:34:25 » |
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@Sett Ich habe damit kein Problem. Und das ist jetzt ganz unabhängig von meiner Widerspruchsfreude und alles-ist-schön-Haltung. Willst Du jetzt nur mal Luft ablassen oder bist Du wirklich interessiert? Dann schreibe ich nämlich mal was ausführlicheres dazu.
Grüße kirilow
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In the morning, I discover that Gygax's Dungeon is a total dud. -- Greg Costykian
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r0tzl0effel
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« Antworten #3 am: August 12, 2009, 19:09:58 » |
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Doom im Godmode, soll vorkommen.
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Samael
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Playing: D&D3
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« Antworten #4 am: August 12, 2009, 19:24:39 » |
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Was für mentale Verrenkungen muß man anstellen, um "Rollenspiel" ohne Charaktertod auch nur zu DENKEN?
Es ist halt eine ganz andere Unterhaltungsform. Es geht darum sich ein möglichst detailgetreues und interessantes Alter Ego zu etwerfen und sich gemeinsam vorzustellen wie dieses mit einer ebenso detaillierten und wohlbekannten "Welt" interagiert. Das möglichst farbige Ausmalen, die Identifikation mit der Figur und die sehr gute Kenntnis der Hintergrundswelt sollen sozusagen eine möglichst gute Illusion erschaffen sich inmitten in eines mäßig spannenden Kitschfantasyroman zu befinden. Und das Geschehen sozusagen durch die Augen des Protagonisten (der in der Kitschfantrasy am Ende immer obsiegt) wahrzunehmen. Ein bisschen so wie SimSinn zu Fuß, wenn ich diesen Vergleich bemühen darf. Diese Leute und das eigentliche Hobby Rollenspiel sind gänzlich inkompatibel.
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r0tzl0effel
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« Antworten #5 am: August 12, 2009, 19:43:36 » |
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Aber eigentlich schließt sich das (Kitschfantasyroman et al) ja gar nicht aus. Man könnte auch D&D spielen, ohne zu sterben - wenn man es ruhig angehen lässt. Ich zum Beispiel, jetzt hier vor meinem Rechner, kann einen plötzlichen Tod fast sicher ausschließen. Trotzdem ist er möglich.
Wie kann man den Tod GANZ ausschließen wollen? Das ist für mich nicht sinnig.
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Settembrini
Titan der Wahrheit
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« Antworten #6 am: August 12, 2009, 20:25:55 » |
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@Sett Ich habe damit kein Problem. Und das ist jetzt ganz unabhängig von meiner Widerspruchsfreude und alles-ist-schön-Haltung. Willst Du jetzt nur mal Luft ablassen oder bist Du wirklich interessiert? Dann schreibe ich nämlich mal was ausführlicheres dazu.
Grüße kirilow
Bitte!
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Settembrini
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« Antworten #7 am: August 12, 2009, 20:35:41 » |
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Frei nach Gene Weigel: This ain't "I've got a big red sack so I'm throwing my poop" this is "you've got your heads in a bag of old monkey shit thrown long ago by big sacks (incompetent KIESOW DSA in particular) and you're afraid to come out".
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Archoangel
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« Antworten #8 am: August 13, 2009, 01:00:13 » |
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Ehrlichgesagt kann ich mich kaum noch erinnern wann der letzte Charakter unter mir gestorben wäre? Muss ca. 10 Jahre her sein. Nun spielen wir alles andere als Blümchenwiese. Meine Spieler hängen nur in der Regel derart an ihren Charakteren, dass sie eben realistisch aufpassen ... wer will schon gerne sterben? Und Save or Die mag ich nicht.
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JollyOrc
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« Antworten #9 am: August 13, 2009, 09:34:22 » |
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Man denke auch an "Theme" Rollenspiele deren Vorbilder aufgrund von Genrekonventionen "Tod" nicht enthalten.
zB Joerg D.s "Bud & Terence".
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Settembrini
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« Antworten #10 am: August 13, 2009, 09:42:18 » |
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...ja? Dann denke ich daran und finde sie sinnlos? Und nu?
Hat mir die letzten Jahre überhaupt einer zugehört? Es ist BEWIESEN, daß das Nachmachen von Filem oder Büchern das GEgenteil von Rollenspiel und dessen größter Feind ist, im Endeffekt immer auf Forgerscheiß oder Selbstbetrug oder beides hinausläuft.
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Skar
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« Antworten #11 am: August 13, 2009, 10:13:25 » |
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Was für mentale Verrenkungen muß man anstellen, um "Rollenspiel" ohne Charaktertod auch nur zu DENKEN?
Gar nicht viele. Man nehme ein Setting strotzend vor Intrige, Macht, Aufstieg und Fall. So ein ausgespielter Fall (Fall wie fallen) kann in diesem Setting dermaßend demütigend daherkommen, dass er einen simplen Charaktertod in seinem Spielerlebnis locker in den Schatten stellt. im Endeffekt immer auf Forgerscheiß oder Selbstbetrug oder beides hinausläuft. Der Spielstil wie du das erreichst ist ja vollkommen nachgelagert bzw austauschbar. Klar kann man das als Storyteller-Spiel aufbauen - das wäre der konventionelle Weg. Aber klar könnte man das auch als mechanisch ablaufendes, bindendes Regelsystem nehmen.
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Settembrini
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« Antworten #12 am: August 13, 2009, 10:33:04 » |
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Man nehme ein Setting strotzend vor Intrige, Macht, Aufstieg und Fall. So ein ausgespielter Fall (Fall wie fallen) kann in diesem Setting dermaßend demütigend daherkommen, dass er einen simplen Charaktertod in seinem Spielerlebnis locker in den Schatten stellt. Häh? Und was hilft es, wenn der nicht sterben kann? Unfug.
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JollyOrc
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« Antworten #13 am: August 13, 2009, 10:46:58 » |
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...ja? Dann denke ich daran und finde sie sinnlos? Und nu?
Hat mir die letzten Jahre überhaupt einer zugehört? Es ist BEWIESEN, daß das Nachmachen von Filem oder Büchern das GEgenteil von Rollenspiel und dessen größter Feind ist, im Endeffekt immer auf Forgerscheiß oder Selbstbetrug oder beides hinausläuft.
ah.. Venedig Glaubensdiskussionen. Ich stimme sofort und ohne Einschränkung zu, dass sich solche Ideen mit zB ARS wohl eher nicht vertragen. Andererseits finde ich, dass "Tod" nur eine Form von "Scheitern" ist. Und solange "Scheitern" an sich im System verankert ist, spielt es eigentlich keine Rolle, wie genau dieses nun stattfindet. Zumal in vielen Settings "Tod" ja nun auch eher selten ein wirklich finales Scheitern ist - Wiederbelebung lässt grüßen. Andererseits eröffnet die Abwesenheit von "Tod als Scheitern" ganz neue Möglichkeiten. Ich empfehle zum Beispiel mal "Down and out in the Magic Kingdom" von Cory Doctorow. Dort ist der Tod irrelevant, weil jeder Mensch sein Bewusstsein ständig auf Festplatte absichern kann und im Falle des Falles ein Klon mit identischer Erinnerung gezogen wird. Nur die Hauptperson hat nun das Problem, dass sein Backupmechanismus seit einem Monat kaputt ist, und er genau auf die Erinnerung aus diesem Monat nicht verzichten will....
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lutz
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« Antworten #14 am: August 13, 2009, 10:59:16 » |
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Man nehme ein Setting strotzend vor Intrige, Macht, Aufstieg und Fall. So ein ausgespielter Fall (Fall wie fallen) kann in diesem Setting dermaßend demütigend daherkommen, dass er einen simplen Charaktertod in seinem Spielerlebnis locker in den Schatten stellt. Häh? Und was hilft es, wenn der nicht sterben kann? Unfug. Was Skar hier beschreibt ist die anschließende Unspielbarkeit des Charakters in dem Setting (Verbannung, Armut, Haft, völliger Gesichtsverlust ...) um mit dem gewohnten Einsatz weiterzuspielen. Ein Charakter 'stirbt' nicht nur durch Erreichen der Spielzustandes Tod, sondern auch durch Entzug der Handlungsmöglichkeiten. In dem Fall des Niederganges im Intrigensetting ist der Charakter 'tot', weil kein NPC ihn mehr als Macht wahrnehmen muss (Verlust der Machtbasis). Dieser Charakter kann nicht mehr gemeinsam mit den anderen bestehenden Charakteren intrigieren. Man kann natürlich eine andere Kampagne im 'Totenreich' weiterspielen (Wiedererlangung einer Machtbasis [etwa Mann mit der eisernen Maske] anstelle Thronfolgestreit). Edit: Was JollyOrc im zweiten Absatz zu 'Scheitern' sagt.
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